Über die Markuskirche:

Die Markuskirche im Auefeld in der Richard-Wagner-Straße 6A ist ein mächtiges Bauwerk, das bei Dunkelheit in seinen Rosetten und im offenen Teil des Turmes (Campanile) von innen her eindrucksvoll ausgeleuchtet ist, so dass sie auch weithin sichtbar ist. Sie wurde nach Plänen von Professor Diez Brandi, Göttingen, im damals gerade besiedelten Auefeld erbaut und am 20. März 1960 eingeweiht.

Der eigentliche Sakralraum der Kirche liegt im „ersten Stock. Der Kirchenraum ist nahezu quadratisch ausgelegt. Auf vier Säulen ruht eine Holz-Kassettendecke: nach dem Architekten Prof. Diez Brandi ein Schatten und Leben spendender Baldachin, der Menschen in der Wüste ein Ruheort sein soll, der neue Kraft zum Aufbruch spenden soll.

Das monochrome blaue Ölbild an der Stirnwand aus dem Entwurf von Iris Hollstein öffnet einen imaginären Raum - Fügt er zusammen oder weist er nach draußen? - zur Anleitung für eigene Gefühle, Gedanken und Interpretationen.

Die nach einem Entwurf von Hans-Gottfried von Stockhausen, Esslingen, gestalteten Kirchenfenster tauchen tagsüber den ganzen Raum in ein immer wieder wechselndes, sanftes und diffuses Licht.

Das Relief der ursprünglichen Eingangtür zeigt ein Relief nach dem Entwurf von Joachim Spiel (Marburg a. der Lahn) über die Wundergeschichte von der Blindenheilung Markus 8,22-26. Heute betritt man die Kirche durch den Glaskasten zwischen Kirche und Turm, um auch mit dem 2018 installierten Fahrstuhl den Kirchenraum barrierefrei erreichen zu können.

Auch die Gestaltung der Wände verrät orientalischen Einfluss. Diez Brandi war vor dem Bau mehrfach zu längeren Aufenthalten im Jemen auf der arabischen Halbinsel.

Gleiche Erfahrungen fließen in die. künstlerische Neugestaltung des Altarraumes durch die Kasseler Künstlerin Iris Höllstein. Sie hat bei den Kunstschmieden der Tuareg in der nordafrikanischer Wüste gelernt und dadurch eine hohe Affinität zu der architektonischen Konzeption von Diez Brandi.Das Gleiche gilt für ihren Kronleuchter in Form eines Lichtrades, der seit 2006 den Abschluss der Neugestaltung bildet. Möglich wurde der Umbau 1995 durch eine großzügige Spende der Schriftstellerin Christine Brückner.

Der Kirchenraum bietet eine wunderbare Akustik und eine angenehme Atmosphäre auch für Konzerte. Kasseler Chöre, Kammermusikensembles, bis hin zu international bekannten Musikern nutzen gern die Markuskirche, um Konzertabende zu veranstalten. Der Flügel ist eine Leihgabe von Pfr. Jansen und stammt aus dem Jahr 1926: Man sieht äußerlich einige Spuren eines langen Instrumentenlebens, aber er zeichnet sich duch einen wunderbar warmen Klang aus und wird ebenfalls für Konzerte und Gottesdienste genutzt. Über unsere Orgel und die Glocken der Markuskirche können Sie sich gerne ebenfalls auf unserer Homepage informieren.

Der gesamte Kirchenraum atmet die orientalische Herkunft christlichen Glaubens in seinen jüdischen Wurzeln. Der Lebenszusammenhang von Beduinen, der Hinweis auf das Unterwegssein, die Formulierung vom „wandernden Gottesvolk“ gewinnt Gestalt.

1960 fertiggestellt, hat die Markuskirche in dem halben Jahrhundert ihres Bestehens mehr und mehr die Gründungskirche der Gemeinde, die Johanneskirche in der Frankfurter Straße 78, als Hauptkirche abgelöst. Sie ist heute als Kirchenraum entwidmet. Das ehemalige Gemeindezentrum an der Frankfurter Straße wird heute vom Diakonischen Werk Kassel genutzt.